Vier erfolgreiche Tage Theaterstadel beim MVR

Echter Gockelersatz und falsche Frauen

Mit „Drei Weiber ond oi Gockel“ hat sich die Renninger Theatergruppe „D’RANK-BACHL“ bereits zum 25. Mal auf die Bretter der Festhalle Stegwiesen begeben. Ein ausgelassenes Publikum feierte die Theatergruppe des Musikvereins. Nun stehen weitere Auftritte in der Region an – und ein besonderes Jubiläum gab es auch zu feiern.

Das Theaterstück lebt insbesondere von der Situationskomik und hat wieder einen ganz anderen Dreh als beispielsweise das letztjährige, sehr aufwändige Stück „Der Vampir von Zwicklbach“. „Zwei Stunden zurücklehnen und lachen“, fasste es Regisseur Michael Kriegler zusammen, der als Viehhändler Kuno selbst auf der Bühne stand. Natürlich lässt es der Titel vermuten: Knecht Anton (Matthias Haug) ist als einziger Mann auf dem Hof geduldet, während Oma Frieda (Isolde Kauffmann) mit ihren Enkelinnen Irma (Beate Kalb) und Lena (Birgit Ziegler) ihre Ablehnung gegenüber dem anderen Geschlecht immer wieder zum Ausdruck bringen. Anton, der sich als Hahnstellvertreter verdingt, findet Gefallen an Kunos Tochter Anni (Svenja Schindele), die wie Anton geistig etwas zurückgeblieben erscheint. Gunda (Heidrun Kriegler), eine mannstolle Nachbarin, bringt die Geschicke des Hofs ebenfalls durcheinander wie die beiden durch ein Unwetter in den Hof getriebenen Ingo (Rudi Haug) und Tom (Norbert Dittus). Beide begegnen unabhängig voneinander den schmuddeligen Frauen und die müssen sich etwas einfallen lassen, das wahre Geschlecht vor der über allem thronenden Oma Frieda zu verbergen. Anton und Anni wiederum halten ihre Liebelei zunächst geheim, weshalb Anni ihre Identität ebenfalls verbergen muss. Daraus entwickelt sich eine kurzweilige Verwechslungskomödie mit einer ordentlichen Prise Klamauk.
Das verzückte Publikum reagiert auf die charmant dargebotene Komödie immer wieder mit Applaus und ausreichend Lachern. Wieder ist es den Renninger Laienschauspielern gelungen, die Stegwiesenhalle viermal komplett zu füllen. Somit haben rund 1200 Besucher die vier Veranstaltungen besucht. „Wir waren dieses Mal so früh ausverkauft wie nie. Viele Leute kommen seit Beginn zum Theaterstadel, aber wir gewinnen auch neue Besucher dazu“, freut sich Michael Kriegler über den Zuspruch. Für ihn als gleichzeitig Erster Vorsitzender des Musikvereins ist der Theaterstadel eine der wichtigsten Veranstaltungen für seinen Verein. „Hier müssen alle anpacken, um die vier Tage organisatorisch und logistisch zu bewältigen“, sagt er und freut sich über den reibungslosen Ablauf, hinter dem Alexander Krawietz als „Einsatzleiter“ steht. Dazu liefern natürlich die seit Jahren eingespielten Schauspieler die Grundlage. 1994 startete in Renningen die Stadelzeit, nachdem die Gruppe zuvor 15 Jahre lang in Maichingen aktiv war. Anfangs an zwei Tagen veranstaltet, entwickelte sich der Theaterstadel aufgrund des Zuschauerzuspruchs weiter. Es kam der Freitagabend hinzu, später der Donnerstagabend. Seitdem sind „D’RANK-BACHL“ eine feste Institution im Veranstaltungskalender der Region und eine der erfolgreichsten Mundarttheatergruppen im Umkreis zugleich.
Neben den Renninger Veranstaltungen ist „Drei Weiber ond oi Gockel“ noch insgesamt sechs Mal zu sehen. Am Freitag, 12. Januar und Samstag, 13. Januar 2019 spielen „D’RANK-BACHL“ im Alten Schulhaus Lehenweiler. Am 26. Januar 2019 sind sie zu Gast im Döffinger Graf-Ulrich-Bau. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Abgerundet wird die Saison mit zwei Nachmittagsveranstaltungen im Katholischen Gemeindehaus Magstadt (2. und 3. Februar 2019 jeweils 15 Uhr). Höhepunkt und Abschluss ist die Benefizaufführung am 10. Februar 2019 um 17 Uhr in der Leonberger Stadthalle zu Gunsten der Aktion „Ein Herz fürs Olgäle“. Karten für Leonberg sind online unter http://www.reservix.de erhältlich.

Heidrun und Michael Kriegler: Ein Leben auf der Bühne

40 Jahre, also seit 1979, steht Michael Kriegler ununterbrochen auf der Bühne. In Maichingen, wo alles unter dem Dach der damaligen Musik- und Chorgemeinschaft und späteren Musikkapelle Maichingen begann, war er gleichzeitig noch Tanzmusiker und Mitglied des Orchesters. Schon damals hatte er in Heidrun seinen „Deckel“ gefunden. Auch sie stand von Beginn an auf der Bühne. Verständlicherweise machte sie eine Pause, als die drei Kinder nach und nach zur Welt kamen. Aber auch sonst gönnte sie sich lediglich im vergangenen Jahr ein „Sabbatjahr“ vom Theater. Heidrun Kriegler organisiert seit Jahr und Tag den Kartenvorverkauf des Theaterstadels. Beide haben nun zusammen 40 Jahre Theaterspielen auf dem Buckel – und noch lange nicht genug. „Es ist schön, wenn man nach so langer Zeit noch auf der Bühne stehen kann. Aber es gibt viele andere Schauspieler bei uns, die ebenfalls Jahre oder Jahrzehnte dabei sind. Nicht zu vergessen unser treues Publikum, ohne das es gar nicht möglich wäre“, sagt Michael Kriegler. Nach dem Umzug der Theatergruppe unter das Dach des Musikvereins Renningen 1994 gaben sie sich 1997 den Namen „D’RANK-BACHL“, angelehnt an den örtlichen Rankbach. „Und weil wir alle nicht ganz normal sind“, ergänzt Heidrun Kriegler verschmitzt. Die Theaterkollegen schenkten dem „Gründerpaar“ leckere Tröpfchen aus Schottland, standesgemäße ‚Oscars‘ und eine Collage mit Bildern aus 40 Jahren gemeinsamer Auftritte. Garniert wurde die Ehrung mit einem Gedicht, in dem jedes der bis dato gespielten Stücke Erwähnung fand.

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