Vollbesetzter Kirchplatz bei atmosphärischen Open-Air Konzert

Musikverein Renningen zelebriert musikalischen Sommernachtstraum

Am Ende war es fast so, als würde der Geist von Freddy Mercury, dem exzentrischen Frontmann der Gruppe „Queen“, über dem Renninger Kirchplatz schweben. Insgesamt drei Stücke führte der Musikverein Renningen im orchestralen Gewand auf, die auf das Konto britischen Band gehen. Auch sonst bot das Orchester unter der Leitung von Harald Ruf ein stimmiges Konzerterlebnis, das die Zuhörerschaft in seinen Bann  zog.

„El Ilustre Marino“, übersetzt „Der berühmte Seemann“, stach in die sprichwörtliche See. Die virtuelle Fahrt sollte sich für die Besucher lohnen, wenngleich das anschließende „Jupiter“ hinaus in die Galaxie führte. Musikalisch anspruchsvoll und mitreißend dargeboten. Die „Laubener Schnellpolka“ reihte sich scheinbar gegensätzlich, jedoch absolut stimmig in den ersten Set ein und lockerte die Stimmung wieder auf. Spanisch, rhythmisch, leidenschaftlich, begeisternd – das waren die Attribute, die das folgende Meisterwerk „Paconchita“ beschreiben. Für Blasorchester arrangiert, haben hier alle Register ihr bestes Können aufzubieten, um diesem musikalischen „Ungetüm“ beizukommen. Der Musikverein Renningen bestand diese Probe mit Bravour, das Publikum reagierte begeistert. Den Abschluss des ersten Teils bildeten Songs der lebenden amerikanischen Rock-Legende Bruce Springsteen. Sowohl die riff-orientierte, stampfende Seite des Boss wurde gezeigt („Glory Days“, „Dancing In The Dark“) als auch die melancholische („Streets Of Philadelphia“, „I’m On Fire). Und auch die USA-kritische Hymne „Born In The USA“, von vielen als Patriotismus missverstanden, durfte nicht fehlen.

Nach dem „Fliegermarsch“ reihte sich „Bohemian Rhapsody“ ein. Nicht nur für Pop-Fanatiker eines der bemerkenswerten musikalischen Werke der letzten Jahrzehnte. Gefolgt von „Another One Bites The Dust“ mit der markanten Basslinie von John Deacon. Nicht nur Freddy Mercury war ein musikalisches Genie, sondern ähnlich wie bei den Beatles hatten die drei anderen Bandmitglieder ebenso ihren Anteil an der beachtlichen Historie von „Queen“, was dieser Song deutlich macht. Ein Ausflug in die Welt des Films führt fast unausweichlich zu Hans Zimmer. Seine Komposition für „The Dark Knight“ aus der Batman-Serie sorgte ebenso für Gänsehaut wie „You’re So Cool“ aus dem Film „True Romance“. Dabei zeigten Micha Eitel und Frank Holzmüller ihr Können an den Klangstäben respektive dem Marimbaphon. Die feine Performance der beiden wurde zurecht mit reichlich Sonderapplaus bedacht. Kontrastreich endete der offizielle Teil mit einem Medley aus der Neuen Deutschen Welle. Musiker und Zuhörer begrüßten gemeinsam vorab den mittlerweile von Wolken bedeckten „Sternenhimmel“. Ohne Zugabe ging es natürlich nicht. Der Queen-Song Don’t Stop Me Now war Programm und das Finale „When You Belive“ ein würdiges Abschlussstück eines denkwürdigen Konzertabends. Um nicht zu sagen: Ein musikalischer Sommernachtstraum. (Matthias Haug)

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