„D’RANK-BACHL“ rocken viermal die Stegwiesenhalle

Renningen. Schon Anfang Dezember meldete der Musikverein Renningen für seinen Theaterstadel „ausverkauft!“. Die vereinseigene Theatergruppe „D’RANK-BACHL“ hat am ersten Wochenende des neuen Jahres viermal das Stück „Scharf wie Peperoni“ zum Besten gegeben. Autor Jürgen Schuster war samstags sogar persönlich in der Halle, um sich die Umsetzung seines Stückes anzusehen – und hat die Anreise aus Augsburg nicht bereut. Von Matthias Haug. 

„Danke für eine großartige Umsetzung meines Stücks“, brachte er den Schauspielern seinen Respekt entgegen. „Tosender Applaus während und an am Ende des Abends waren der verdiente Lohn“, teilte er die Eindrücke des Abends mit seiner Facebook-Community. Auch an den anderen drei Abenden waren die Reaktionen ähnlich. Wieder einmal hatte Regisseur Michael Kriegler das richtige Händchen bei der Auswahl des Stücks. „Wir wollen nicht jedes Jahr die gleiche Art von Stücken spielen. Es muss auch nicht alle drei Sekunden ein Kalauer fallen. Wichtig ist, dass die Leute zwei Stunden Spaß haben und mit einem Lächeln nach Hause gehen.“ Der Theaterchef und gleichzeitig Vorsitzender des veranstaltenden Musikvereins Renningen bekommt diesen Spagat immerhin seit über 40 Jahren immer wieder hin. „D’RANK-BACHL“ legen einmal mehr eine große Spielfreude an den Tag, die Rollen sind plausibel besetzt und Heidrun Kriegler brilliert als keifender Moralapostel.

Die Geschichte des Stücks „Scharf wie Peperoni“ ist angelehnt an den britischen Filmklassiker „Ganz oder gar nicht“ aus dem Jahre 1997. Vier arbeitslose Freunde sind frustriert von ihrer unfreiwilligen Freizeit. Franz (Michael Kriegler), Michael (Rudi Haug) und Georg (Norbert Dittus) gehen dabei nicht nur ihren Frauen auf die Nerven, sondern müssen erst vom etwas jüngeren Ex-Kollegen „Jo“ (Matthias Haug) wachgeküsst werden. Die naheliegende Idee ist, eine Strip-Show zu veranstalten, um auf ihre missliche Situation aufmerksam zu machen – so wie im Film. Dabei haben die Ehefrauen Caro (Birgit Ziegler), Martina (Isolde Kauffmann) und Paula (Monika Brandl) eigentlich gar nicht darauf spekuliert, dass die alternden Arbeitslosen es tatsächlich wagen wollen. Sie haben den Männern den Film lediglich geschenkt, um die zu animieren, wieder auf die Beine zu kommen. Mit Unterstützung von Franz‘ und Caros Tochter Alex (Svenja Schindele) proben die Männer heimlich eine eigens kreierte Show ein. Neben dem Aufarbeiten der ein oder anderen Klischees geht es in dem Stück vor allem darum, neue Türen zu öffnen, wenn sich alte schließen. Die Umsetzung der neun Laienschauspieler ist charmant und stets mit einem Augenzwickern. Einer der Höhepunkte ist der Kulissenumbau vom zweiten auf den dritten Akt, in dem das zuvor biedere Wohnzimmer in eine schmucke Kellerbar verwandelt wird. Die gut zweieinhalb Stunden sind gut investiert, wenn man losgelöst und entspannt lachen möchte.

Ob es tatsächlich zu einer Aufführung kommt und welche Rolle die neugierige Pfarrershaushälterin Theodolinde Zupf (Heidrun Kriegler) dabei spielt, kann im Umkreis noch bis zum 1. Februar 2020 in Erfahrung gebracht werden. In den folgenden Wochen sind „D’RANK-BACHL“ noch fünf weitere Male zu sehen. Und damit auch nächstes Jahr eine spielfähige Truppe auf der Bühne stehen kann, suchen „D’RANK-BACHL“ händeringend Nachwuchs. Wer sich also für die Bretter, die die Welt bedeuten berufen fühlt und des Schwäbischen mächtig ist, darf sich über eine persönliche Nachricht auf dem Facebook-Profil der Theatergruppe melden.
68F263D7-D4ED-42E5-91C9-3835E1258A3BVerzweifelte Arbeitslose suchen einen Ausweg. 
Bild: Karl-Heinz Ziegler

 

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